Nächte lang in der Kunsthalle

Nona Rosario: Nächte lang, 2025, 50x70 cm, Acryl auf Papier
Nona Rosario
Nächte lang
2025
50 x 70 cm
Acryl auf Papier

Hallo, Ich bin Nona Rosario, eine Schülerin der 11. Klasse, und ich habe mir die Frage stellen müssen:
Was macht man eigentlich auf einer Vernissage (Ausstellungseröffnung)?

Warum? Weil ich seit dem 8.11.2025 (bis 23.1.2026) in der Bremer Kunsthalle eins meiner Bilder ausstelle. Die Ausstellung heißt Blickwinkel. Perspektiven deiner Welt und ist in Anlehnung an die Alberto Giacometti Ausstellung Das Maß der Welt konzipiert, die ebenfalls gerade in der Kunsthalle läuft. Aus meinem Umfeld kam die daraufhin die Frage; wie ich das denn geschafft habe? Meine Antwort: „Ich kenne die Einbrecher aus dem Louvre, die schleusen das Bild für mich ein“ entspricht natürlich nicht der Wahrheit. Die Ausstellung wird von Youth for Art, einem Kollektiv das junge Künstler unterstützt und ihnen eine Bühne bietet, ausgerichtet. Einmal im Jahr machen sie eine große Gruppenausstellung in der Kunsthalle.

Mein Bild heißt Nächte lang und ist Teil einer Reihe, in der ich mich mit mir, meinen Blickwinkeln und meinen Emotionen auseinandersetze. Das Bild ist insofern an die Giacometti Ausstellung Das Maß der Welt angelehnt, da ich die Welt mit meiner subjektiven Wahrnehmung messe, dementsprechend ich das Maß der Welt bin. In meinem Bild Nächte lang nutze ich die Nacht als Projektionsfläche für das Nachdenken, das Heimliche, das Unbewusste, das Verschleierte und als Möglichkeit zum Perspektivwechsel (Tag/Nacht).

Das macht man also auf einer Vernissage. Eine Stunde vor Ausstellungsbeginn haben wir Künstler:innen uns zu einer kleinen Vor-Eröffnung getroffen, um in Ruhe die Ausstellung anschauen zu können und uns gegenseitig kennenzulernen. Es waren fast alle Künstler:innen dort, doch da der Radius der Ausstellung über Deutschland hinaus ging, konnten nicht alle da sein.

Die Ausstellung war mit 83 Positionen größer als ich erwartet habe. Alle Künstler:innen haben das Thema auf ihre eigene Weise interpretiert und künstlerisch umgesetzt, so dass eine sehr interessante Ausstellung, die viele Blickwinkel beleuchtet, entstanden ist. Von Zeichnungen und Gemälden bis hin zu Skulpturen, Keramik, Filme, Fotos und Performance alles dabei. Ich habe erwartet sehr viel aufgeregter und nervöser zu sein, doch ich habe mich ganz gut zurechtgefunden und konnte mich mit den Künstler:innen und den Gästen austauschen. Neue Blickwinkel und Perspektiven zu meinem Bild zu hören, war für mich das schönste an der Vernissage. Die Ausstellung füllte sich immer mehr und als es gerade so voll war, das man sich kaum durch die Gänge bewegen konnte, wurde eine Rede gehalten. Insgesamt waren an dem Tag 500 Gäste dort, auch das hatte ich unterschätzt. Ich fand es unfassbar schön, die Erfahrung zu machen und lade Sie herzlich ein, sich die Ausstellung im Süd Foyer der Kunsthalle anzusehen.