Aus dem Schulleben

Wozu Corona motivieren kann

Hallo, ich bin Hanna aus der 12. Klasse und fahre mit dem Fahrrad zur Schule. Dies klingt erst einmal ziemlich unspektakulär, jedoch fahre ich jeden Tag 23,8 Kilometer pro Weg. Ich hätte vor einem Jahr niemals daran geglaubt, dass ich einmal mit dem Fahrrad zur Schule fahren würde, da ich ein typisches „Zugkind" war. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mit dem Fahrrad zu fahren.

Als meine Klasse bei dem „Waldorf 100 Staffellauf" mitgemacht hat, sind wir mit dem Fahrrad von der Schule zum Bremer Bürgerpark und wieder zurück gefahren. Der Bürgerpark ist nur wenige Fahrradminuten von meinem Zuhause entfernt. Mein Deutschlehrer fragte mich am nächsten Tag aus Spaß, ob ich das denn nun öfter machen würde und meine Antwort war: „Niemals“.

Meine Mutter und ich überlegten während des Corona-Shutdowns ,wie ich zur Schule kommen sollte, da sie zur Risikogruppe gehört und wir nicht wussten, welche Bedingungen in den Zügen herrschen würden. Ich sagte eher scherzhaft, dass ich doch mit dem Fahrrad fahren könnte. Aus diesem Scherz wurde tatsächlich die Realität, da es mir wichtig war und ist, die Gefährdung für alle so gering wie möglich zu halten. Daraufhin schrieb ich meinen Sportlehrer, Herrn Christen, eine Mail, ob er mir die Route des „Waldorf 100 Staffellaufes“ schicken könne. Dies tat er auch und als ich nach wenigen Tagen eine Frage zur Strecke hatte, schickte er mir sogar noch eine bessere Beschreibung. Er ist auch immer noch für Fragen offen.

Mir war natürlich bewusst, dass ich, seitdem wir 2012 nach Bremen gezogen sind, nur ca. 6 Mal Fahrrad gefahren bin, aber ich wollte es trotzdem versuchen. Als ich am 30. April zu einer Besprechung in die Schule musste, brauchte ich fast drei Stunden. Natürlich musste ich auch ab und zu nach dem Weg schauen. Als ich dies dann in der Schule erzählte, waren alle erstaunt oder geschockt, da ich gefühlt der konditionsloseste Mensch auf Erden bin. Am Ende des Tages war der 10 Jahre alte Damensattel dann zerfetzt, ähnlich wie meine Hose, jedoch ist mir das mit einem neuen Sattel nicht noch einmal passiert.

Als ich es dann geschafft hatte, dachten wir, dass ein Ersatzfahrrad noch ganz praktisch wäre. Meine Klassenkameraden wissen, dass ich jede Unfallmöglichkeit nutze. Als die Fahrräder meiner Mutter und meines Bruders, wegen der großen Rahmen, als zu groß erklärt wurden, fragten wir nun noch meine Schwester. Sie brachte ihr Fahrrad dann noch einmal zur Reparatur und da wir gleich groß sind, war ihr Fahrrad passend für mich. Dieses war dann auch noch deutlich besser als meins und nun ist mein altes Fahrrad das Ersatzfahrrad. Meine Erfolgsbilanz: 1.590 km gefahren, fast die Strecke von Bremen bis nach Rom, eine abgefahrene Kette, eine gebrochene Speiche, eine verlorene Mutter am Vorderrad, ein aufgeschürftes Knie und braun wie noch nie. Die letzten paar Wochen halte ich nun auch noch durch.

Bremen den 26. Juni 2020

Ökologiefahrt 2019

Ökologiepraktikum der 11. Klasse 2019

Vom 09.09.2019 bis zum 13.09.2019 waren wir, die 11. Klasse, auf Ökologiefahrt auf Gut Sunder, einer NABU Station in der Nähe von Celle.
Die Klasse fuhr geteilt zum Zielort. Die eine Hälfte fuhr die gesamte Strecke von der Schule aus mit dem Fahrrad (137 km!), die andere Hälfte fuhr mit dem Zug bis Schwarmstedt und die letzten 30 km mit dem Rad.

Auf Gut Sunder angekommen, bauten wir unsere Zelte auf und bereiteten die erste gemeinsame Mahlzeit vor. Jeden Tag sorgte eine Gruppe für die Verpflegung der ganzen Klasse. Es gab unter anderem Pizza aus dem Lehmbackofen, wir grillten und auch die typischen Nudeln mit Tomatensoße fehlten nicht.
Wir machten Ausflüge zu den verschiedenen Lebensräumen in der Gegend und hörten vor Ort Schülerreferate zu den entsprechenden Biotopen. Somit beschäftigten wir uns mit Wald, See, Fließgewässern, Moor, Heide und ihren speziellen Lebensgemeinschaften.

Zu einzelnen Themen machten wir Exkurse, in denen Vorträge von NABU-Dozenten mit praktischer Feldarbeit verbunden waren. Wir arbeiteten zu Fließgewässern, indem wir kleinste Tiere mit einem Sieb aus dem Fluss in der Gegend herausholen, und sie dann unter dem Mikroskop bestimmten. Damit lernten wir die Gewässergüte zu beurteilen.

Weitere Exkurse gab es zur Waldökologie und zu Fledermäusen. Wir konnten die Fledermäuse in den gebauten Unterschlüpfen mit Hilfe einer Kamera sehen und die Ultraschalllaute mittels eines Gerätes wahrnehmen, welches die Schallwellen für das menschliche Ohr hörbar macht.
Nach dem Abendessen verfassten wir den täglichen Rückblick, dann hatten wir Freizeit, welche wir meist am Lagerfeuer verbrachten.
Am Ende der Woche traten wir die Heimfahrt an, diesmal mit der ganzen Klasse von Schwarmstedt aus mit dem Zug.